• 1_16_copyright_by_robert_kah
  • 2_16_copyright_by_robert_kah
  • 3_16_copyright_by_klaus_ridder

Einstellungsfahrten fast am Gefrierpunkt

6 HochbetriebTestfahrten mit Unfall

Es war am 19.3.2016 eiskalt oben am Nürburgring. Und es war ungewiss, ob die Einstellfahrten überhaupt stattfinden konnten. Aber, um 10.00 Uhr ging’s mit etwas Verspätung los. Temperaturen dann schon etwas oberhalb von Null Grad.

Die Teams nutzten den Probe- und Einstelltag trotz kühler Witterung für zahlreiche Trainingsrunden, um sich bestmöglich auf die neue Saison vorzubereiten. Unter den 115 Rennwagen von 14 verschiedenen Marken waren auch die neuesten GT3-Sportwagen im Einsatz, insgesamt dominierten Porsche und BMW mit den höchsten Markenanteilen im Feld.

Eine besondere ‚Kostbarkeit‘ war der ‚neue‘ Kremer-Porsche mit dem Nürburgring-Routinier Wolfgang Kaufmann. Er kam gerade zurück aus dem Norden Schwedens, wo er bei Schnee und Eis Tests gefahren war.

Auf Basis des bisher genutzten Porsche 997 Cup baute das bekannte Kölner Team um Eberhard Baunach eine moderne Interpretation des legendären Kremer Porsche 935 K3, einem der erfolgreichsten Gruppe 5 Rennwagen der späten 70er und frühen 80er Jahre. Ein Gesamtsieg bei den 24h von Le Mans und der Titel in der Deutschen Rennsport Meisterschaft machten den 935 K3 unsterblich.

Genau das richtige Sportgerät für „Piranha“ Wolfgang Kaufmann (Westerwald), um als Hecht im Karpfenteich der von GT3 Autos dominierten VLN Serie aufzuschlagen. „Damit kehrt wieder ein wenig der Geist von früher in die VLN zurück“, schildert Kaufmann seine Faszination für den Kremer 935 K3 997. “Kein Auto aus dem Regal, eine Eigenentwicklung mit eigenem Charakter.“ Kremer Racing entwickelte diese Reminiszenz im Karosseriebereich zusammen mit Zimspeed rund um Holger Zimmermann.

Wolfgang Kaufmann drehte bei nebligem Wetter auf der noch nassen Piste ein paar Runden. ‚Das war super, die Streckenposten und Fotografen winkten mir überall zu – das hat richtig Spass gemacht‘, so schilderte Wolfgang Kaufmann sein Erlebnis.

Für eine längere Unterbrechung des Trainingstages, der in Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Motorsportclub durchgeführt wurde, sorgte ein Unfall in der Mittagszeit. Im Streckenabschnitt ‚Fuchsröhre‘ kollidierte ein BMW mit einem Fahrzeug der Streckensicherung. Dabei wurden der junge BMW-Fahrer und die drei Insassen des Sicherungsfahrzeuges leicht verletzt und vorsorglich ins Krankenhaus nach Adenau gebracht, ein Streckenposten erlitt einen Schock.

Am 2 April, dem Wochenende nach Ostern, wird der erste Lauf zur VLN-Langstreckenmeisterschaft stattfinden. Es werden dann wohl 180 Rennfahrzeuge am Start sein – Armarteure und Profis. Sauschnelle GT3-Rennwagen – aber wohl auch der schon in die Tage gekommene Manta.

Beitrag & Fotos: Klaus Ridder